Verwirrspiel im Hessischen Landesmuseum Darmstadt

Opera of the Seas von Charles Rennie Mackintosh und Margaret Macdonald

Am vergangenen Wochenende war ich im Hessischen Landesmuseum Darmstadt. Ein Bild von Margaret Macdonald Mackintosh hänge in der Jugendstil-Ausstellung, erfuhr ich unlängst. Einst sei das Bild dem Ehemann Charles Rennie Mackintosh zugeschrieben gewesen, hieß es. Die beiden haben oft zusammengearbeitet, Toshie tat sich zu Lebzeiten mit dem Signieren schwer, eine Verwechslung scheint mir daher nicht unwahrscheinlich. Doch mit so viel Verwirrung habe ich nicht gerechnet.

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»Charlotte« von David Foenkinos – Charlotte Salomon

Gedenktafel für Charlotte Salomon, Wielandstraße 15, Berlin

Wer den biografischen Roman »Charlotte« von David Foenkinos unvorbereitet aufschlägt, könnte erschrecken. Könnte denken, es sei kein Roman, sondern Lyrik. Das ist möglich. Der linksbündige Satzaufbau lässt diesen Schluss tatsächlich zu und sicherlich führt er zu einer anderen Leseweise, einer, der die Sätze klingen lässt, der Atemholen nicht nur möglich macht, sondern fordert. Das Lesen wird zu einer körperlichen Erfahrung, denn trotz der erzwungenen Pausen, verschlägt die Geschichte der jüdischen Malerin Charlotte Salomon mir den Atem.

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Katers Traumreise in die Willow Tearooms

Schlafender Kater

Was machen mit all den schönen Fotos und Erinnerungen? Im Juni, zum 150. Geburtstag von Charles Rennie Mackintosh, fand das jährliche Treffen der Charles Rennie Mackintosh Society statt und der Willow Tearooms Trust lud die Mitglieder zum Tee in die Willow Tearooms in Sauchiehall Street. Ein Sneak Preview sozusagen, denn die offizielle Eröffnung war für den Juli geplant.

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Das Mackintosh Haus in Köln

Metall Applikation Mackintosh

Am 2. Februar 1953 erreichte Thomas Howarth (1914-2000) ein Brief aus Edinburgh. Howarth war Architekt, Architekturhistoriker und hat ein Jahr zuvor die erste Biografie über Charles Rennie Mackintosh geschrieben. Um so mehr versetzte ihn die Nachricht in Aufregung. Es wäre nichts weniger als eine Sensation, würde sich tatsächlich ein Mackintosh Haus in Köln befinden.

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René Lalique trifft Charles Rennie Mackintosh

René Lalique

Die Natur lehrt den Menschen das Sehen. Gemeinsam mit dem Großvater pflegt der junge René Lalique (1860-1945) den Wintergarten der Familie in Ay im französischen Département Marne. Er unternimmt Streifzüge durch die Landschaft der Champagne und entwickelt ein ausgeprägtes Interesse an seiner Umgebung. Pflanzen, Blüten, Insekten, René entdeckt täglich Neues. Die Farben faszinieren ihn. Die vielfältigen Formen und Strukturen kann sich kein Mensch ausdenken. Er kniet nieder, hockt und zeichnet. Kein Spaziergang ohne Skizzenbuch. Früh lernt der junge Franzose das Sehen. Früh versteht er, welchen Reichtum die Natur bietet. Früh beginnt er, Gesehenes aufs Papier zu bringen. Der Künstler wird im Garten geboren. So passiert es sechs Jahre später auch im fernen Glasgow. Ein Vater liebt seine Hyazinthen und nennt sein Stück Erde den Garten Ende. Der Sohn entwickelt kein besonderes Interesse am Jäten und Umgraben. Charles Rennie Mackintosh (1868-1928) hockt lieber im Gras und zeichnet.

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Der Vogel, der niemals flog

Rotkehlchen

Die Natur und ihre Elemente beeinflussten die Kunst von Charles Rennie Mackintosh. Er malte beeindruckende und wunderschöne Pflanzenbilder. Die von ihm geschaffenen Wandbilder und Buntglasfenster kamen selten ohne Rose aus. Überhaupt die Rose: Sie wird heute als Markenzeichen des Glasgow Style gesehen. Mackintosh entwarf Möbel und metallene Objekte und schmückte sie mit verblüffenden Ornamenten, die selten anderes sind als stilisierte organische Formen. Bei genauem Betrachten erkennt man Blätter, Zweige und ganze Bäume. Aber haben Sie schon einmal einen Fisch, eine Glocke oder gar einen Vogel in einem von Mackintoshs Werken entdeckt?

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Frisör hier

Frisör

In Berlin Nikolassee wird Service groß geschrieben. Das erfahre ich nach meinem enttäuschenden Streifzug rund um die Rehwiese. Es ist schwer, hier im Süden der deutschen Hauptstadt auf Spuren von Charles Rennie Mackintosh zu stoßen. Bedeutend einfacher ist es, einen Frisör zu entdecken oder zumindest den Hinweis auf einen solchen. Findet man den Hinweis auf den Frisör, findet man auch den Bahnhof Nikolassee. Soviel zur Orientierung. Und nach dieser gründlichen Einleitung kommt jetzt der Bahnhof.

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Was Berlin Nikolassee mit Charles Rennie Mackintosh zu tun hat

Hermann Muthesius Nikolassee

Kürzlich hat mich die Stadt Glasgow zu einem Empfang in die Britische Botschaft Berlin geladen. Ich darf »Mackintoshs Atem« vorstellen. Es gibt kaum etwas, das ich lieber tue: in der einen Hand das Buch, in der anderen ein Glas 18-jährigen Glengoyne. Ein Dudelsackspieler sorgt für Schottland-Feeling. Schön ist’s. Doch der nächste Tag sorgt für Ernüchterung. Wie um Himmels willen soll ich die freien Stunden angemessen verbringen? Ich bin in Berlin. Weit und breit findet sich nichts von Mackintosh. Ich könnte shoppen, ein oder zwei Museen besuchen oder nur unter Linden flanieren. Tausend verlockende Angebote und ich bin unzufrieden? Dann der Geistesblitz!

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Wer Bücher liebt, muss Talwin Morris lieben.

Talwin Morris Book Cover

So die erste These. Wir können es gut und gerne gleich vorwegnehmen. Diese These sehe ich als bewiesen an.

Die zweite These: Waren Talwin Morris und Charles Rennie Mackintosh deswegen so gute Freunde, weil sich in ihrem Lebensweg viele Gemeinsamkeiten finden?

Die interessierte Leserin, der interessierte Leser beachte im Folgenden das (!).

Die dritte These: Vier sind mindestens einer zu wenig. Wenn nicht zwei.

Was zu beweisen bleibt.

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